#BACKGROUNDS

Wie es dazu kam ...


 

Mama ist der wahrscheinlich härteste Job den es gibt. Einmal davon abgesehen, dass die Bezahlung unterirdisch ist und man wenig bis gar keinen Urlaub hat, ist man rund um die Uhr im Einsatz und gleichzeitig Animateurin, Eventmanagerin, Köchin, Lehrerin, Krankenschwester, Psychologin und manchmal auch noch Taxi.

 

Ein dicker Kuss und eine liebevolle Umarmung. Schon weiß man,
dass es das alles wert ist.

 

Trotzdem, wir Mamis machen manchmal eine ganz heftige Verwandlung durch und mutieren von der einstigen Partyqueen zur angepassten Spaßbremse mit perfektem Vorgarten und vorbildlichem Haushalt. Oft wird zwischen Windelwechseln und Gulasch manch Traum beiseitegeschoben.

 

Wenn man es dann schafft, aus diesem knappen Zeitkontingent ein paar Minuten für sich zu ergattern und einen Ehemann hat, der das auch noch unterstützt, dann hat man schon beinahe den Jackpot.

 

Ich werde oft gefragt, wie ich auf die Idee gekommen bin ein Buch zu schreiben. Seit mehr als 15 Jahren bin ich in meinem Beruf tätig. Seit 2006 bin ich selbständige Werbegrafikerin. Über Mangel an Arbeit bräuchte ich mich also nicht zu beklagen.

 

Obwohl ich schon immer gerne Briefe und ein Tagebuch geschrieben habe, hat es erst so richtig mit meinem Deutsch-Lehrer in der Hauptschule angefangen. Er meinte, ich hätte eine ausgeprägte Phantasie und könnte lustig schreiben. Da habe ich dann zusammen mit ein paar Mädels auf dem Dorfplatz beim Springbrunnen Tiergeschichten erfunden, die ganz gut angekommen sind.

 

Die Teenie-Zeit überrollte uns, alles wurde komplizierter und aus den Tiergeschichten wurden verträumte Lovestories. Im Internat wurde das Ganze noch mit den Mädels aus Zimmer Nr. 5 intensiviert. Mit 19 kam erstmals der Wunsch auf, einmal im Leben ein Buch zu schreiben. Ich wurde älter, begann zu arbeiten und besuchte die Abendschule. Wieder war es ein Deutsch-Lehrer dem ich danken muss, denn der meinte, ich könnte sehr gefühlvoll schreiben.

 

Oft hört man, meist nicht ganz ernst gemeint, "du solltest mal ein Buch schreiben". Auch ich habe das oft gehört, bei mir traf das aber immer auf eine sehr sensible Ader. Die Zeit verging, und alles nahm seinen Lauf. Ich bekam süße Kids, habe geheiratet und auch ein Haus gebaut. Eines schönen Sommertages landete ich dann auf Annas gemütlicher Liege und genoss eine Cranio-Sacral Therapie. In dieser entspannten Atmosphäre quatschten wir oft über Bücher. Auch über ein sehr spezielles Buch, das mir sehr viel bedeutet: "The big five for your life" von John Strelecky. Darin benennt der Autor 5 Lebensziele, die man in seinem Leben erreichen sollte. Die meisten der genannten Ziele hatte ich schon erreicht, eines das fehlte war, selbst ein Buch zu schreiben. Die liebe Anna fragte mich, warum ich das nicht mache.

 

Tja, warum nicht?

 

Mir fielen so in etwa 100 Gründe ein es nicht zu tun, aber nur ein einziger, es durchzuziehen. Der war aber so triftig, dass er mich drei Jahre lang konsequent vorantrieb.

Auf einmal wurde mir bewusst - Grenzen, Ausreden befinden sich nur in unseren Köpfen und hindern uns daran, ein neues Kapital aufzuschlagen. Aber wir wissen - wir Mamis, wir können mehr. Und von diesem Zeitpunkt an endete spätnachts der Alltag in Melanies Büro und der Traum vom Schreiben fing an.

 

Ich recherchierte im Internet, erschuf Charaktere, erstellte Pläne, entwickelte eine Struktur. Ich bin ein sehr kreativer Mensch, mag Kunst und Musik. Aber das war alles völlig neu und unbekannt für mich - aber auch sehr spannend.

Der Weg ist/war das Ziel und darauf bin ich echt stolz - egal wie die Sache ausgeht.


Ohne mein geordnetes Chaos am Schreibtisch geht schon mal gar nichts. Hab´s nicht so mit festgelegten Strukturen. Deshalb hab ich mir mein Buch zusammengepuzzelt, je nach Lust und Laune. Für den benötigten Esprit sorgte ab und zu ein Gläschen Wein.

 

Ich konnte mich voll und ganz in die Geschichte einlassen und selbst mitreißen lassen. Fakt ist, ich lache gerne und herzhaft. Tja, aber war ich auch lustig? Lustig genug ein Buch zu schreiben? Dazu unterzog ich meine Familie unwissentlich einigen Tests und das kam auch noch gut an. Überhaupt wusste anfangs nur ein kleiner Kreis von vier Leuten Bescheid und die auch nicht wirklich was Konkretes. Die meisten glaubten ohnehin ich würde einen Thriller (was mich echt schockierte) oder über meine Familiensituation schreiben. Erst nach einem Jahr traute ich mich mehr und verteilte Skripte. Positive Feedbacks munterten mich auf.

 

Ich lernte schnell Zeit zu gewinnen, in optimierten Abläufen. Ideen zu sammeln beim Bügeln oder Staubsaugen, da ist es immer von Vorteil Stift und Notizblock parat zu halten. Natürlich gibt es da die lieben Omis und Opas, die meine Kids für ein paar Stunden übernahmen, damit auch meine grafischen Arbeiten und der Haushalt nicht zu kurz kamen.

 

Dann und wann stößt man auf Hürden. Scharfe Kritiken über Bücher, die man selbst eigentlich ganz toll findet,

lassen einen ganz schön an sich selbst zweifeln und das sind dann auch die krassen Momente, wo der Zeigefinger ganz doll über der Löschtaste baumelt.

 

Da war es dann ganz gut von der lieben Anna Feichtenschlager aufgefangen zu werden und die positive Feedbacks meines Mannes, meiner Schwägerin Monika Jakob und meinen Freundinnen Regina Feichtenschlager, Manuela Kritzinger haben in solchen Situationen auch sehr gut getan. Erst viel später kam die Erkenntnis - entweder man mag Schokoeis oder man ist eher der Vanilleeistyp. Natürlich gibt es Leute, die beides mögen und auch andere, die gar kein Eis mögen.

 

Keine Ahnung, ob die Welt ein Buch von Melanie Huber braucht, aber das kann man sich bei sehr vielen Dingen im Leben denken. Ich tue, was ich tue und das auch noch ziemlich gerne. Und ein Extra-Bonus wäre halt, die gedruckte Version vor mir liegen und damit auch noch Erfolg zu haben.